Mittwoch, 23. Mai 2018

Wie oft hörst du dich selbst sagen: „Nein, ich tue es nicht! Und du machst es doch!“


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Man geht über seine eigenen Grenzen.
Und gleichzeitig frage ich mich, ob man diese denn überhaupt kennt?
Lässt der Kopf das Herz dort sprechen?
Weiß man wirklich in dem Moment, was gut und was schlecht ist?

Wenn du genau dann über Deine Grenzen gehst, dann passiert was mit Dir.
Dein Selbstwertgefühl sinkt.
Dein Selbstwertgefühl ist definiert als eine subjektive Einstellung zu dir selbst.
Wenn ich als Mensch schlecht über mich selber denke und wenn mich dazu finstere oder traurige Gesichter anblicken. neige ich dazu, mein "schlechtes Selbst/ICH" zu beschuldigen.

Darüber hinaus bin ich anfällig für häufige und wiederholte Scham-Erfahrungen, die mein allgemeines Selbstwertgefühl  "zerschlagen".

Es geht dann weiter.
Mir fällt dazu nur ein Wort ein. SCHAM.

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Scham ist eine so schmerzhafte Emotion, die auf das Gefühl des Versagens reagiert.
Das Gefühl von Scham umfasst unser ganzes Selbst.
Der Denkprozess und die Verhaltensweisen in der Emotion Scham beinhalten eine selbst-fokussierte Aufmerksamkeit.
Zum Beispiel gehören zu den körperlichen Äußerungen der Scham auch das errötende Gesicht oder der gesenkte Kopf.
Es erzeugt den Wunsch sich zu verstecken, zu verschwinden oder sogar zu sterben
Jeder kennt das Sprichwort: Vor Scham im Boden zu versinken.

Ja, ich gestehe:
Ich schäme mich dann.
Dieses Gefühl dieser Machtlosigkeit.
Es ist furchtbar.

Wenn ich wieder bestärkend zu mir sage: "Nein ich mach das sicherlich nicht!" und dann doch davor sitze, es getan habe und mich nicht verstehe, warum ich es getan habe. Das ist für mich diese schmerzhafte Emotion.
Ihr braucht ein Beispiel wie sich Scham bei mir äußert:
Da sitze ich wieder.
Nein, ich schreibe ihm nicht und meine Finger fliegen über die Tastatur.
Sie halten kurz an. So viele Sätze. Wieder gelöscht. Leeres E-Mail.
Mahnend schallt meine Stimme im Kopf: "Du wolltest es doch nicht tun, lass es!".
Zack ... und auf Senden geklickt.

Nein, ich rufe ihn nicht an und meine Hand holt schon mein Handy aus der Tasche.
Ich wähle seine Nummer.
Doch der Mumm wirklich auf den grünen Hörer auf meinem Smartphone zu drücken, der fehlt. Ich atme tief durch und bin irgendwie stolz, dass ich es nicht tue.
Doch in mir wütend ein Sturm. Der Kampf mit sich selbst.

In Gedanken gehe ich das Gespräch durch. Ich werde ihn jetzt anrufen! Ich tue es jetzt!
Was ich ihm nach meinem anfänglichem Stottern sagen möchte:

"Hi Du!
Ich weiß nicht wieso, aber ich musste deine Stimme hören. 
Wie geht es Dir? Doofe Frage, ich weiß. 
Ich möchte Dir einfach noch so vieles sagen. 
Am besten fange ich damit an, oder? 
Du brauchst nichts sagen, ich möchte dir doch einfach so vieles sagen.
Mich doch erklären.
Es tut mir leid, dass ich mich nicht früher gemeldet habe. 
Du warst aber weg für mich. 
Duuuuu ... ich muss dir einfach sagen, dass du mir so fehlst.
Wo warst Du?
Moment, du brauchst darauf nicht gleich antworten.
Du warst nicht mehr da und nicht mehr der, den ich mal kennen gelernt habe. 
Ich möchte einfach nur wissen, wo du bist und warum du mich nicht mit genommen hast.
Warum durfte ich nicht mit?
Ganz oft frage ich mich auch, was ich hätte besser machen können, damit die Tür zu dir nicht geschlossen bleibt.
Du fehlst mir so. 
Es tut so weh.
Ich weiß, hab ich sicherlich schon gesagt, aber egal.
Du bist für mich wichtig und ich habe einfach Angst. 
Angst dich für immer zu verlieren. 
Traurig ist, dass ich denke, dass es für uns beide kein Happy-End gibt. 
Sag mir, dass ich unrecht habe.
Sag mir bitte bitte bitte, dass es eins geben könnte ... und ich mich nur gedulden muss und du mich irgendwann wieder zu dir lässt.
Ich höre unsere Lieder und da bist du. 
Weißt Du, ich sehe Dich dann vor mir.
Grinst mich mit deiner frechen und charmanten Art an, zwinkerst mir zu und sagst mir:
"Babe alles wird gut!"
Weißt du, auch jetzt habe ich gerade dieses Gefühl, einfach vor Schmerz, weil du mir fehlst, weinen zu müssen.
Ich telefoniere aber mit dir.
Da reisse ich mich jetzt zusammen.
Du bist ein wundervoller Mann. 
Das wollte ich dir noch sagen.
Eines noch, ja? Ohne dich, da fühle ich mich irgendwie heimatlos.
Und ja, am liebsten würde ich dich jetzt küssen wollen und mit meinen Händen durch deine Haare fahren."

In Gedanken hab ich das Gespräch beendet und spüre noch die warmen Lippen auf die meinen.
Schaue in den Spiegel und sehe, wie mir die Tränen in die Augen steigen.
Da ist es wieder. Ich schäme mich!



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4 Kommentare:

  1. Hallo Maria,

    ich oute mich auch!
    sehr gut geschrieben!
    Isi

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    1. Liebe Isi,

      danke für deine Worte.
      Ja so kann es gehen.
      Liebe Grüße
      Maria

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  2. Ja , Scham!
    Wir leiden und haben das Gefühl zu Versagen!
    Traurig
    Alleine
    Verzweifelt

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    1. Danke! Ja ... Es stimmt. Aber wir sind nie allein. Das müssen wir uns immer wieder sagen.

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